Sport bei Fibromyalgie, das ist zu beachten - Holger Jungandreas - Mentaltraining
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Sport bei Fibromyalgie, das ist zu beachten!

Die passenden Sportarten beim Krankheitsbild der Fibromyalgie sind bereits genannt. Was muss man aber hinsichtlich der Belastungssteuerung und der Trainingsgestaltung beachten und welche Sportarten sind gänzlich ungeeignet?

Belastungssteuerung bei Sport mit Fibromyalgie
Die Belastungssteuerung beim Sport mit Fibromyalgie-Patienten gleicht einer echten Herausforderung, will man eine Über- aber auch Unterforderung vermeiden, natürlich bei gleichzeitigem optimalem Nutzen für den Gesamtorganismus.

 

Insgesamt gesehen muss man der Bewegungstherapie beim Krankheitsbild der Fibromyalgie eine begleitende Rolle zugestehen. Der Sport kann kein Analgetikum sein, sondern nur unterstützend wirken. Professor Carl-Detlev Reimers von der Neurologischen Klinik am Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf brachte es beim Deutschen Schmerzkongress 2001 in Berlin auf den Punkt:
„Mit Sport wird man nicht beschwerdefrei, sondern beschwerdeärmer“.

Sport bei Fibromyalgie: Rückenschonend im Alltag
Gezielte, regelmäßig moderat betriebene körperliche Aktivität kann jedoch entscheidend zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Man sollte die psychische Situation betrachten. Der Sport hilft aus einer Isolation heraus und kann das Mittel bedeuten, um aus diesem verrückten Teufelskreis „Schmerzen-Inaktivität-Schmerzen“ auszubrechen.

 

Achten Sie vermehrt auf Ihre Körperhaltung bei alltäglichen Aktivitäten. Machen Sie sich bewusst, wie oft Sie sich rückenschädigend verhalten und wie oft Sie beispielsweise Ihre Schultern hochziehen. Registrieren Sie, wie lange Sie in einer bestimmten Körperhaltung verharren (z. B. bei der Arbeit am Computer). Das regelmäßige sportliche Training hilft, seinen Körper bewusst wahrzunehmen und macht ihn sensibler für Fehlverhaltensweisen. Ein solches Körperbewusstsein kann viele Schmerzen schon im Vorfeld vermeiden.

 

Die Tipps gelten für jüngere Patienten, in Ansätzen auch für Ältere. Gerade bei älteren Patienten ist die individuelle „persönliche Haltung“ zu respektieren. Eine ideale Funktionshaltung kann von älteren Personen kaum erwartet werden und impliziert die nächste Überforderung. Willkürliche Korrekturbewegungen können eher zu einer Symptomverschlechterung führen. Nur diejenigen rückenschonenden Verhaltensweisen sollten bewusst praktiziert werden, die ohne zusätzliche Schmerzen locker bewältiget werden können.

 

Sport bei Fibromyalgie: Welche Sportarten zu meiden sind
Wer an Fibromyalgie leidet, sollte natürlich alles vermeiden, was Schmerzen bereitet und einen Stresszustand noch verstärkt. Bezüglich geeigneter Sportarten sind dies alle Aktivitäten mit Wettkampfcharakter. Sport heißt in diesem Zusammenhang „freudvolles Tun zum Zwecke der Bewegung“. Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit des Organismus sollen ohne Druck, mit dem echten Bedürfnis zur Bewegung, gesteigert werden.

 

Darüber hinaus sind natürlich alle Bewegungen, die Verletzungen provozieren können, tabu. Man denke hier nur an Squash, wo die Belastung für Sprung- und Kniegelenke und die Wirbelsäule bereits während des Spielens zu hoch ist. Auch Inlinern – vor allem für Ungeübte – entbehrt nicht einer Verletzungsgefahr.

 

Konzentrieren Sie sich auf die genannten rhythmisch fließenden Sportarten, bei denen die Dosierung der Belastung individuell steuerbar ist, und wo eine Verletzungsgefahr auf ein Minimum reduziert wird. Wer jedoch seit Jahren eine bestimmte Sportart als Hobby praktiziert, die unbedingt als Mittel zur Steigerung der Lebensqualität dient, der sollte nach Möglichkeit nicht darauf verzichten!

 

Ein von Kindesbeinen an praktiziertes Skifahren oder Tennisspiel, um exemplarisch zwei Beispiele zu nennen, können aufgrund der über Jahre hinaus entwickelten Technik mit größtmöglicher Vorsicht ausgeführt werden, ohne dass der Spaß an der Aktivität verloren geht. Man fährt oder spielt aufgrund der großen Bewegungserfahrung derart ökonomisch, dass der Sportler jede aufkommende mögliche Überforderung sofort wahrnimmt.

 

Solche Sportarten, deren Bewegungsabläufe über die Jahre hinweg fest im Unterbewusstsein verankert sind, dienen dann in optimaler Form zur Zerstreuung und Entspannung, aber auch zu Spaß und Lebensfreude.

 

Gut geeignet Bedingt geeignet Nicht geeignet
Walking

 

Schwimmen (im warmen Wasser bei ab 28° Kraftsport
Wandern Jogging (nur bei subjektiv gutem Befinden) schnellkräftige Belastungen wie Sprints und diverse leichtathletische Disziplinen
Gezielte Gymnastik Sportspiele
Watsu
Radfahren
Spazieren gehen
Skilanglauf


Literaturtipp:
„Sanftes Bewegen bei Fibromyalgie“ von Holger Jungandreas

 

(Veröffentlicht auf: Experto)
(Foto: Pexels – Tobi)

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Category
Sport & Gesundheit