Sport bei Fibromyalgie: Sport trotz chronischer Schmerzen - Holger Jungandreas - Mentaltraining
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Sport bei Fibromyalgie: Sport trotz chronischer Schmerzen

Chronische Schmerzen verlangen nach einem dosierten körperlichen Training, um dem Teufelskreis aus Schmerzen und Inaktivität zu entfliehen. Welche Sportarten sind nun mit welcher Intensität für Patienten mit dem Krankheitsbild der Fibromyalgie passend?

Moderater Sport bei Fibromyalgie
Moderater Sport, sanfte, ausgesuchte Bewegungen und eine gezielte Bewegungstherapie können dem FMS-Patienten wertvolle Hilfen sein, um das Ziel einer verbesserten Lebensqualität zu erreichen. Das komplexe Beschwerdebild der FMS erfordert eine interdisziplinäre, multimodale Therapie.

Das heißt, viele Therapierichtungen und mehrere Therapiemaßnahmen müssen Hand in Hand und in Absprache so lange erfolgen, bis für den jeweiligen Patienten die richtige „Therapiemischung“ gefunden wird. Dies betrifft insbesondere die Zusammenarbeit von Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten und Sportlehrern.

Ein solches Konzept auch auf den Fibromyalgie – Patienten zu transferieren, sollte den Betroffenen eine Hilfe sein, aus der Isolation auszubrechen, in die der Schmerz sie manövriert hat. Zunächst klingt es paradox: ständige Schmerzen an vielen neuralgischen Punkten des Körpers und dann an Bewegung oder gar an Sport denken? Man möchte annehmen, dass vor allem Ruhe hilft.

 

Ein dosiert angewandter Sport bei Zivilisationserkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen) ist in der Therapie höchst wirksam und wird in eigens dafür gegründeten Gruppierungen angewendet. Man denke dabei an die Herzsportgruppen, die sich fast flächendeckend in der Bundesrepublik Deutschland etabliert haben. In über 6000 Gruppen bewegen sich mehr als 100.000 Menschen mittlerweile mit dem einzigen Ziel: Ihre Gesundheit zu erhalten, beziehungsweise zu verbessern.

 

Bewegungseinschränkung bei Fibromyalgie-Patienten
Der typische FMS-Patient fühlt sich in seiner Mobilität und Bewegungskoordination sehr stark eingeschränkt. Alltagsaktivitäten wie Treppensteigen oder Schuhe binden fallen ihm scheinbar schwer. Der FMS-Patient ist sich nicht im Klaren, zu was er eigentlich noch im Stande ist.

 

Genau hier kann ein gezielter, wohl gemerkt „moderater“ Sport, ansetzen: Das Gefühl für den Körper und die Belastung wieder zu entwickeln, eine Bewegungssicherheit wieder aufzubauen und das Vertrauen in die eigene körperliche Leistungsfähigkeit zurück zu gewinnen.

 

Fibromyalgie: Keine Über- aber auch keine Unterforderung
Überforderung unterstützt den Schmerz, Unterforderung lässt den gesamten Organismus degenerieren. Die richtige Mischung also macht`s, um zu der fehlenden muskulären Lockerheit zurück zu kommen.

 

Der Schlüssel zu einer wirkungsvollen Bewegungstherapie bei Fibromyalgiepatienten liegt in einer richtigen Dosierung und Durchführung der Übungsfolgen. Im Sinne eines interdisziplinären Ansatzes sollten generell Therapieformen mit hoher Reizintensität vermieden werden. Gezielter, moderater Sport, am besten unter Gleichgesinnten innerhalb eigens dafür aufgebauter Gruppen, kann das Absprungbrett sein, um dem gezeigten Teufelskreis zu entfliehen. Entscheidend ist am Anfang der Mut, aus seiner Inaktivität ausbrechen zu wollen.

 

Die Erfahrung hat gezeigt: Hat man erst einmal die Passivität satt und sehnt sich nach Aktivität, ist die erste Hürde schon genommen. Die zweite Hürde kann dann nur noch heißen: Jetzt beginnen!

 

(Veröffentlicht auf: Experto)

(Foto: Pexels – JESHOOTS)

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Category
Sport & Gesundheit